Paartherapie

Jede Beziehung kennt Zeiten, in denen es schwierig wird. Gespräche enden immer wieder im Streit, man fühlt sich vom anderen nicht mehr gesehen oder lebt eher nebeneinander als miteinander. Oft wissen beide nicht mehr, wie sie aus dieser Situation herausfinden sollen – obwohl sie sich eigentlich Nähe und Verbundenheit wünschen.

Paartherapie bietet Ihnen beiden einen geschützten Rahmen, in dem Sie gemeinsam auf Ihre Beziehung schauen können. Paare kommen aus ganz unterschiedlichen Gründen zu mir, zum Beispiel bei

  • Streit, der sich immer wieder um dieselben Themen dreht,
  • Distanz, Entfremdung oder dem Gefühl, in der Beziehung allein zu sein,
  • Vertrauensbruch, Affären oder tiefen Kränkungen,
  • Eifersucht und Unsicherheit,
  • unterschiedlichen Bedürfnissen nach Nähe, Zärtlichkeit und Sexualität,
  • Belastungen durch Lebensübergänge wie die Geburt eines Kindes, berufliche Veränderungen, Krankheit oder den Auszug der Kinder,
  • der Frage, ob und wie es gemeinsam weitergehen kann.

In der Paartherapie bin ich für Sie beide gleichermaßen da und ergreife nicht Partei. Es geht nicht darum, herauszufinden, wer Recht hat oder wer schuld ist, sondern zu verstehen, was zwischen Ihnen passiert – und wie Sie wieder zueinanderfinden können.

Am Anfang steht auch hier ein unverbindliches Erstgespräch, zu dem Sie gemeinsam kommen. Wir besprechen Ihre Anliegen und Ihre Wünsche an die Therapie, und Sie können beide in Ruhe überlegen, ob Sie diesen Weg mit mir gehen möchten.

Manchmal zeigt sich im Laufe einer Paartherapie auch, dass ein gemeinsamer Weg nicht mehr möglich ist. Auch dann kann die Therapie helfen, eine Trennung respektvoll und mit möglichst wenig Verletzungen zu gestalten – besonders, wenn gemeinsame Kinder betroffen sind.

Emotionsfokussierte Paartherapie (EFT)

In meiner Arbeit mit Paaren orientiere ich mich an der Emotionsfokussierten Paartherapie (EFT, „Emotionally Focused Therapy“). Sie beruht auf der Bindungstheorie und geht davon aus, dass wir Menschen ein Leben lang das Bedürfnis haben, uns einem nahestehenden Menschen sicher verbunden zu fühlen – zu wissen, dass der andere da ist, wenn wir ihn brauchen. Gerät diese Verbindung ins Wanken, reagieren wir mit starken Gefühlen: mit Ärger und Vorwürfen, mit Rückzug oder Schweigen.

So entsteht bei vielen Paaren ein Teufelskreis, der sich immer wieder wiederholt: Je mehr der eine drängt und kritisiert, desto mehr zieht sich der andere zurück – und je mehr sich der eine zurückzieht, desto lauter wird der andere. Hinter diesem Muster liegen meist verletzliche Gefühle wie Angst, Traurigkeit, Scham oder Einsamkeit und der Wunsch, für den anderen wichtig zu sein. Im Streit sind diese Gefühle aber kaum noch zu sehen.

In der Therapie machen wir diesen Kreislauf gemeinsam sichtbar. Nicht einer von Ihnen ist das Problem, sondern das Muster, in dem Sie beide gefangen sind. Schritt für Schritt lernen Sie, die tieferliegenden Gefühle und Bedürfnisse wahrzunehmen und einander so zu zeigen, dass der andere sie hören und darauf eingehen kann. Daraus entstehen neue Erfahrungen miteinander, in denen Vertrauen, Nähe und Sicherheit wieder wachsen können.

Die Emotionsfokussierte Paartherapie verläuft in drei Phasen:

  • Deeskalation: Wir verstehen den Teufelskreis und die Gefühle dahinter, sodass der Streit an Schärfe verliert.
  • Neue Bindungserfahrungen: Sie lernen, Ihre Bedürfnisse offen auszusprechen und aufeinander einzugehen. So entsteht neue Nähe.
  • Festigung: Sie üben, die neuen Wege auch im Alltag zu gehen, und finden gemeinsam Lösungen für Themen, die vorher unlösbar schienen.

Die Emotionsfokussierte Paartherapie wurde in den 1980er Jahren von Sue Johnson und Leslie Greenberg in Kanada entwickelt und ist heute ein weltweit verbreiteter und wissenschaftlich gut untersuchter Ansatz der Paartherapie.

Der Mensch wird am Du zum Ich.